Kredit für Vereine – der umfassende Ratgeber

17. Juli 2018

Kredit für Vereine

Nicht alle Verein verfügen über eine breite Mitgliederbasis und finanzstarke Sponsoren. Dennoch müssen gelegentlich Anschaffungen getätigt oder Projekte abgewickelt werden. Nicht immer reicht das Kapital des Vereins dafür aus, so dass ein Kredit aufgenommen werden muss. Doch welche Möglichkeiten haben Vereine, Darlehen in Anspruch zu nehmen? Welche Überlegungen sollten im Vorfeld angestellt werden, wer ist verantwortlich, wer ist der richtige Ansprechpartner für einen Kredit für Vereine? Hier soll ein Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten gegeben werden, die sich Vereinen bieten.

Inhaltsverzeichnis

    • Themenübersicht:
  • Was ist eigentlich ein Verein?
  • Wie finanzieren sich Vereine?
    • Kredit für Vereine – Entscheidungsfindung und Möglichkeiten
  • Arten der Finanzierung für Vereine
    • Kein Geld für die Kleinen?
  • Die Kreditwürdigkeit – auch für Vereine wichtig
  • Wer bietet Kredit für Vereine an?
    • Anbieter von Krediten für Vereine
  • Der Kreditantrag in einzelnen Schritten
    • Den Antrag stellen
    • Legitimierung und Einkommensnachweis
    • Die Auszahlung des Kredits
  • Kredithaftung im Verein
    • Eingetragene Vereine als juristische Personen
  • Eigenfinanzierung: Mitgliederfinanzierung oder Crowdfunding
    • Sonderfälle bei Mitgliederdarlehen
  • Fazit Kredit für Vereine

Themenübersicht:

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Was ist eigentlich ein Verein?

Aus juristischer Sicht bezeichnen „Verein“ und „Verband“ das Gleiche, sozialwissenschaftlich wird jedoch unterschieden. Dabei kommt Vereinen ein lokaler und sozialer Status zu, während Verbände eher als überregional agierend wahrgenommen werden. Für gewöhnlich unterscheidet man ideelle Vereine, Vereine mit Selbstzweck und Hilfsvereinigungen, also Selbsthilfe- bzw. Fremdhilfe-Vereine. Hilfsvereinigungen sind karitative und humanitäre Gruppen, Förder- und FAQsTrägerverein, aber auch Selbsthilfe-Vereine, die ihren Mitgliedern Stütze und Zuspruch während Krankheiten oder Krisen anbieten. Natürlich können sich die Ziele, denen ein Verein sich widmet, überschneiden und zwei oder drei der genannten Bereiche abdecken.

Klassische Selbstzweck-Vereine sind Zusammenschlüsse zur Förderung der Aktivitäten der Mitglieder. Hierzu gehören Traditions- und Hobbyvereine und Kulturvereine. Ideelle Vereine sind möglicherweise philanthropisch ausgerichtet oder dem Natur- bzw. Umweltschutz gewidmet.

Ist ein Verein als gemeinnützig anerkannt, genießt er den Vorteil, für alle gemeinnützigen Tätigkeiten von Vermögens- und Ertragssteuern befreit zu sein.

Vereine:

  • Lokal oder überregional
  • Zahlreiche Wirkungsbereiche
  • Nicht zwangsläufig im Vereinsregister eingetragen
  • Gemeinnützigkeit bringt Steuererleichterungen mit sich

Wie finanzieren sich Vereine?

VerbrauchertippsWie ein Verein seine Kassen füllt, hängt von der Zielsetzung ab. So sind ideell orientierte Vereine in hohem Maß von Spenden abhängig, während Sportvereine auf die Mitgliederbeiträge setzen, die so kalkuliert sind, dass sie die laufenden Kosten möglichst decken. Natürlich ist die Eigenfinanzierung dabei an verschiedene Faktoren gebunden, etwa die Lage des Vereins und die Zahl und Zahlungsfähigkeit der Mitglieder. Aber auch die wirtschaftliche Kompetenz des Vereinsvorstands und des Schatzmeisters spielen eine wichtige Rolle, denn sie tragen dazu bei, Gelegenheiten für die Sponsorengewinnung oder Anträge auf Fördermittel rechtzeitig wahrnehmen zu können und dem Verein auf diese Weise zusätzliche finanzielle Mittel zu erschließen.

  • Mitgliederbeiträge
  • Spenden und/oder Schenkungen
  • Zahlungen von Sponsoren
  • Fördermittel

Die Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung ist ein weiterer bedeutender Faktor des Vereinslebens und der Kostendeckung. Hier werden bereits die Schwierigkeiten deutlich, denen Vereine bei der Finanzierung ausgesetzt sind. Ein über einen gewissen Zeitraum wenig aktiver, desinteressierter oder sogar inkompetenter Vorstand kann dafür sorgen, dass sich in der Vereinskasse klaffende Löcher auftun. Aber auch Unwägbarkeiten – ein Brand in der Sporthalle, ein Totalschaden des Vereinsfahrzeugs, Haftungsansprüche durch Dritte und ähnliches – können schlagartig dazu führen, dass Vereine Kredit aufnehmen müssen.

Kredit für Vereine – Entscheidungsfindung und Möglichkeiten

Wenn Vereine mit hinreichend großer Mitgliederzahl Projekte umsetzen wollen, ist dies nicht immer vollständig aus eigenen Mitteln zu bewerkstelligen. Besonders wenn es um größere Vorhaben geht, benötigt der Verein einen Kredit. Bevor es überhaupt an das Beantragen eines Darlehens geht, ist der erste Schritt eine transparente Diskussion im Vorstand, die Klarheit darüber schaffen soll, ob grundsätzlich mehrheitlich für die Aufnahme des Kredits entschieden wird. Nur wenn eine tragfähige Mehrheit sich für das Darlehen entscheidet und dieser Beschluss, ebenso wie seine Umsetzung, vollständig schriftlich dokumentiert wird, kann die Art der Finanzierung überlegt werden.

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Arten der Finanzierung für Vereine

Wenn ein Kredit für Vereine benötigt wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung. Große und bekannte Vereine, die als juristische Person auftreten, können in diesem Fall den Kredit direkt auf den Verein beantragen. Dabei kann die Option eines Dispositionskredits auf dem Vereinskonto gewählt werden. Die Höhe der verfügbaren Summe richtet sich dabei nach den auf dem Konto umgesetzten Beträgen, etwa Zahlungen seitens der Sponsoren oder gebuehreneingehende Mitgliedsbeiträge.

Der Verein hat die Möglichkeit, das Konto zum festgesetzten Dispositionsrahmen zu überziehen, ohne dass dafür überhaupt ein Antrag an die Bank gestellt werden muss. Der Kredit ist umgehend verfügbar und kann flexibel getilgt werden, nachteilig sind hier allerdings die überaus hohen Zinsen.

Eine weitere Option ist der Ratenkredit für den Verein als juristische Person. Ratenkredite weisen eine feste Zinsbindung auf und werden in festen Monatsraten zurückgezahlt. Im Einzelfall können sie zweckgebunden vergeben werden – etwa wenn es um einen Immobilienkredit für den Erwerb eines Grundstücks und den Bau eines Vereinsheims oder einer Sporteinrichtung geht. In diesem Fall dient die Immobilie gleichzeitig als Sicherheit für die Bank. Dies erfolgt durch die Eintragung einer Grundschuld.

Solche Ratenkredite können in dringenden Fällen auch als Sofortkredite gewährt werden. Vor allem Direktbanken bieten ihren Kunden hier günstige Zinsen an, und mit einem Online-Vergleichsrechner lassen sich Kosten und Konditionen der Anbieter gegeneinander abwägen.

Kredit für Vereine

  • Dispo-Kredit auf das Vereinskonto
  • Ratenkredite oder Sofortkredite
  • Immobilienkredite mit Grundschuld
  • Mitgliederdarlehen
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Kein Geld für die Kleinen?

Kleineren Vereinen sind diese Optionen jedoch oft verwehrt, denn viele Banken akzeptieren den Verein selbst nicht als Kreditnehmer – nicht zuletzt spielt auch die Bonität hier eine Rolle. Die Finanzierung über einen Ratenkredit oder Sofortkredit ist auch in diesem Fall eine Alternative und oft zu sehr günstigen Zinsen möglich, allerdings ist der Kreditnehmer dann nicht der Verein, sondern ein Vereinsmitglied.

Wird Kredit für Vereine beantragt, können sogar zwei oder mehr Personen als Kreditnehmer zeichnen, oft Mitglieder des Vorstands. Tatsächlich wird der Kredit dabei von Privatpersonen aufgenommen und die Kosten an den Verein weitergegeben. Diese Art der Finanzierung ist geläufig, ein Stolperstein dabei ist, dass die Kreditnehmer als Privatpersonen natürlich haften. Sie müssen also in die Zahlungsfähigkeit und auch die Zahlungswilligkeit ihres Vereins volles Vertrauen setzen können.

Wer einen Ratenkredit für seinen Verein aufnehmen will, sollte dabei in der Kalkulation der finanziellen Situation und der Belastbarkeit des Budgets genau so exakt planen wie bei einem Kreditantrag für den eigenen Bedarf! Ebenso wie bei der obengenannten Finanzierung durch Raten- oder Sofortkredite ist auch hier ein umfassender Kreditvergleich eine Vorbedingung, um den bestmöglichen Anbieter zu finden und dem kleinen Verein unnötige Belastungen zu ersparen.

Die Kreditwürdigkeit – auch für Vereine wichtig

BonusEgal, ob der Verein als juristische Person auftritt oder Mitglieder des Vorstandes als Privatpersonen ein Darlehen für ihren Verein beantragen – in jedem Fall wird der Kreditgeber nach der Antragstellung die Bonität prüfen. Regelmäßige Einkünfte sorgen dafür, dass die Bank eine Sicherheit erhält, dass monatliche Raten verlässlich gezahlt werden.

Auch wenn Vereinsmitglieder als Kreditnehmer auftreten, sollte der Verein für den Kreditgeber eine  Übersicht über die Einkünfte des Vereins erstellen, aus der Umfang und Herkunft der Einnahmen und deren Regelmäßigkeit hervorgehen. Besonders regelmäßige Zuwendungen von Sponsoren und staatliche oder kommunale Fördermittel leisten dem Antrag auf Kredit Vorschub.

Sofern ein Projekt durch den Kredit finanziert werden soll, ist es ratsam, auch die geplanten Kosten sorgfältig zu kalkulieren und der Bank vorzulegen, um die Höhe des Risikos, die getroffenen Überlegungen und die Seriosität des Kreditnehmers zu dokumentieren.

Wer bietet Kredit für Vereine an?

erfahrungen_schreibenWährend früher vor allem für kleine örtliche Vereine die lokale Filialbank der naheliegende Ansprechpartner war, hat die digitale Transformation dafür gesorgt, dass heute auch Schatzmeister von Vereinen die Angebote von Direktbanken studieren. Diese bieten eine komfortable Abwicklung mit rund um die Uhr Service an und reagieren auf Kundenanfragen sehr schnell.

Dennoch sollte man den Kreditwunsch auch mit der Hausbank besprechen, denn hier kommt man Vereinen mitunter mit flexiblen Angeboten und einer Art „Ortsbonus“ entgegen. Eine weitere Option sind Kreditvermittler oder entsprechende Portale. Vor allem humanitär engagierte Vereine können für ein Projekt auf diese Weise auch zum Mittel des Crowdfundings greifen, um Gelder zu mobilisieren. Unter Umständen profitieren sie auf diesem Weg sogar von Spenden und Schenkungen und müssen nicht für die ganze Summe Kredite aufnehmen.

Anbieter von Krediten für Vereine

  • Direktbanken
  • Filialbanken
  • Kreditvermittler
  • Crowdfunding-Plattformen
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Der Kreditantrag in einzelnen Schritten

Den Antrag stellen

Hat sich der Verein für einen Ansprechpartner entschieden, kann man eine unverbindliche und kostenlose Kreditanfrage stellen. Egal ob es um die Hausbank oder eine Direktbank geht, erforderlich sind die Angabe der persönlichen Daten, ebenso auch ein Nachweis des Vereins-Einkommens oder andere Belege zur finanziellen Situation. Die kreditgebende Bank antwortet in der Regel mit einem persönlichen Kreditangebot, bei Direktbanken mitunter noch am gleichen Tag. Die Bank wird hierzu eine Schufa-Anfrage stellen, aber der Schufa-Score des Vereins bleibt von dieser Anfrage unberührt!

Nach diesem ersten Schritt erhält der Verein eine Zusage oder Absage der Bank. Im Falle einer Zusage müssen dann weitere von der Bank verlangten Unterlagen vorgelegt werden.

Legitimierung und Einkommensnachweis

Hat man nun die Zusage für einen Sofortkredit erhalten, fordert die Bank zunächst eine Legitimierung. Online-Banken benötigen dazu eine Verifizierung, entweder durch PostIdent in einer Filiale der deutschen Post unter Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments oder durch das VideoIdent-Verfahren über einen Videocall. Hier kann der Videochat am heimischen Computer oder über das Smartphone erfolgen, dabei wird der Abgleich mit den Personalpapieren des Antragstellers vorgenommen.

Neben der Legitimierung können für Direktbanken weitere geforderte Unterlagen per Upload auf den Weg gebracht werden. Auch der Kreditvertrag kann bei Online-Banken auf diesem Weg übermittelt werden.

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Die Auszahlung des Kredits

Hat der Kreditnehmer die Bonitätsprüfung bestanden und alle erforderlichen Unterlagen eingereicht, kann die Auszahlung des Kreditbetrages in vielen Fällen schnell erfolgen. Bei Filialbanken kann eine Auszahlung mitunter innerhalb weniger Werktage erfolgen, bei Direktbanken tatsächlich innerhalb einer Zeitspanne von 48 bis 72 Stunden, wenn man sich in dringenden Fällen für den Sofortkredit entscheidet. Schon während des Antragsprozesses wird in der Regel darauf hingewiesen, wann die Auszahlung nach der Sofortzusage tatsächlich erfolgt. Wer sich über einen Kreditvermittler oder via Crowdfunding um Gelder bemüht, kann damit rechnen, dass es etwas länger dauert.

Kredithaftung im Verein

FAQsWenn der Verein einen Kredit aufnimmt, stellt sich auch die Frage der Haftung. Sofern die Aufnahme des Kredits mit ausdrücklicher Zustimmung des Vorstands erfolgt, haftet nicht der Antragsteller, sondern der Verein als Ganzes. Nur bei Alleingängen einiger Mitglieder des Vorstandes kann eine persönliche Haftung erfolgen.

Welche Sicherheiten der Kreditgeber vom Verein wünscht, hängt vom Einzelfall ab. Unter Umständen können Immobilien als Sicherheit dienen, gegebenenfalls werden Mitglieder des Vorstands zu einer Bürgschaft aufgefordert, zu der allerdings niemand verpflichtet werden darf. Wie beim Privatkredit für Vereinsbelange hängt dies weitgehend vom Vertrauen des Bürgen in den Verein ab.

Eingetragene Vereine als juristische Personen

Ist ein Verein ordentlich im Vereinsregister eingetragen, hat er den Status einer juristischen Person. Der Verein agiert also als rechtliche Körperschaft, vertreten durch dazu bevollmächtigte Mitglieder des Vorstands. Ein eingetragener Verein kann Vermögen besitzen, und auf diese Werte ist die Haftung des Vereins beschränkt.

Dies bedeutet, dass weder der Vorstand noch die Vereinsmitglieder für Schulden des Vereins eintreten – es sei denn, sie hätten, wie oben beschrieben, eine Bürgschaft auf sich genommen.

Bei Vereinen, die nicht den Status des eingetragenen Vereins haben, sieht die Situation anders aus, denn hier kann eine Haftung der Mitglieder vorliegen, auch wenn diese im Ernstfall oft auf deren Anteil am Vermögen des Vereins eingegrenzt wird.

Eigenfinanzierung: Mitgliederfinanzierung oder Crowdfunding

Prinzipiell sollten Vereine bestrebt sein, ihre Tätigkeit aus eigenen Mitteln zu finanzieren. So lassen sich langfristige Belastungen des Vereinsbudgets vermeiden. Falls die Einnahmen nicht ausreichen, kann auf andere Lösungen zurückgegriffen werden. Dazu gehören der Dispositionskredit auf das Vereinskonto, der bei kleineren Beträgen zur Überbrückung beitragen kann, Finanzierung durch Sponsoren, aber auch durch Mitglieder oder Crowdfunding.gebuehren

Eine Sonderumlage auf die Mitglieder sollte ordentlich beschlossen werden. Abhängig von der Größe und Zahlungsfähigkeit der Mitgliederbasis kann ein Verein entweder um Schenkungen ersuchen oder einen Kredit bei den Mitgliedern aufnehmen, der dem Einzelnen keine große Belastung aufbürdet und nach einem vorher festgesetzten Zeitraum zurückzuzahlen ist.

Alternativ können sich Vereine am Crowdfunding versuchen. Dies ist allerdings weniger eine Möglichkeit, Kredit aufzunehmen, als vielmehr ein Spendenaufruf. Abhängig vom Wirken des Vereins kann ein Crowdfunding-Appell allerdings überaus wirksam sein.

Sonderfälle bei Mitgliederdarlehen

Bei kleineren Vereinen ist eine Finanzierung durch Mitgliederdarlehen recht geläufig, die Rückzahlung erfolgt bisweilen mit Verzinsung, allerdings sind die Konditionen innerhalb der im Finanzsektor üblichen Grenzen zu halten, nicht zuletzt, weil das Finanzamt derartige Darlehen in seine Prüfung der Vereinsfinanzen mit einbezieht. Schwerwiegende Sachverhalte mit Konsequenzen für den Status des Vereins stellen zwei Vorgehensweisen dar:

  1. Die Aufnahme von verzinslichen Darlehen ohne wirtschaftliche Notwendigkeit bei ausreichender Liquidität von (Vorstands-)Mitgliedern läuft dem Grundsatz der Selbstlosigkeit zuwider (FG München, Urteil vom 30.3.2004, Az: 6 K 1426/02; Abruf-Nr. 083407), entspricht nicht den Satzungen und wird als gemeinnützigkeitsschädlich aufgefasst.
  2. Eine ausschließliche Finanzierung durch Mitgliederdarlehen und die Investition der Überschüsse ist eine eigenwirtschaftliche Tätigkeit des Vereins, der infolgedessen den Status der Gemeinnützigkeit einbüßt (Bundesfinanzhof, Urteil vom 26.4.1989, Az: I R 209/85).

Fazit Kredit für Vereine

Auch bei Vereinen kann die Kasse zuweilen leer sein. Steht ein wichtiges Projekt an, muss ein Kredit her. Zuvor sollte die finanzielle Situation des Vereins sorgfältig geprüft werden, denn bisweilen kann der Engpass durch staatliche oder kommunale Fördermittel, Spenden oder Zuwendungen von Sponsoren überbrückt werden. Auch Mitgliederdarlehen können zur Eigenfinanzierung beitragen.

fazitGenügt dies nicht, muss ein Kredit aufgenommen werden. Dies kann ein Dispositionskredit sein, also eine Überziehung des Vereinskontos im festgelegten Rahmen. Der Dispokredit kann flexibel getilgt werden, bringt aber hohe Zinsen mit sich. Alternativ kann der Verein bei einem Anbieter seiner Wahl einen Raten- oder Immobilienkredit beantragen. Hierbei kann die örtliche Filialbank eine ebenso gute Wahl sein wie ein günstiger Anbieter im Direktbanking. Daher sollte ein Kreditvergleich vorgenommen werden, um tatsächlich die beste Lösung für den Verein zu finden.

Ebenso wie bei Privatpersonen spielt die Bonität des Vereins bei der Kreditvergabe eine Rolle, weshalb kleinere Vereine sich mitunter schwer tun, einen Zusage zu erhalten. In diesem Fall bleibt die Option, dass Mitglieder (des Vorstandes) als Privatperson(en) einen Ratenkredit aufnehmen – sofern sie genug Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit ihres Vereins setzen.

Kredit für Vereine